dReamotions

Alexandras Geschichte

Hi, ich heiße Alexandra, im Chat von Reamonn Leah (so hätte meine Tochter heißen sollen) und ich bin froh, endlich einen Ort gefunden zu haben, an dem ich mit meinen Reamonnerfahrungen ernst genommen werde und nicht - wie so oft - als postpubertäre Vorwechseljahrestante abgestempelt werde.

Reamonn war eine extreme Zufallsbekanntschaft; eine befreundete Band von mir (die Cheeks) sollten einen Gig auf dem Börde-Bebt-Festival in Soest spielen (2000). Der Line-up war wie folgt: Cheeks, Fettes Brot, Reamonn, H-Bloxx ... außer Cheeks interessierte mich eigentlich niemand und dass ich länger blieb, lag eigentlich nur daran, dass ich mir mit den Cheek-Jungs einen netten Abend machen wollte. Irgendwann kam dann Reamonn auf die Bühne. Klar "Supergirl" kannte ich vom Radio (war und ist bis heute NICHT eines meines Lieblingslieder :-)). Aber was dann passierte, sollte in meinem Leben eine Tür öffnen, die Therapien in Jahren nicht zu knacken geschafft hätten. Da Stand ein Mensch auf der Bühne, Augen geschlossen, Musik lebend (wie ich es vorher nur live bei Nick Cave erlebt hatte) und sang "Swim". Es ist nicht mit Worten zu beschreiben, was dieses Lied in mir auslöste ...

Marketingtechnisch genial hat Rea dann noch mit dem Publikum einige Refrains der bevorstehenden CD "Dream No.7" eingeübt. Ich war damals 36 Jahre alt und beschwöre, dass ich manchmal selbst nicht wusste ob ich eine verpasste Phase meines Lebens nachhole oder wie ich Dinge wie CD Release Termin in den Kalendar eintragen, Internet Reamonn surfen, 2 Reamonn Konzert innerhalb von 5 Tagen (Köln und Münster) trotz extremer Finanzknappheit erklären sollte.

Da war/ist einerseits meine Familie (Mann/Sohn), mein Job. Und beides liebe ich sehr. Und dann ist da einfach noch dieses abtauchen in eine eigene Welt ... in die Welt der Musik mit und von Reamonn. Ich habe das große Glück als Amerikanerin zweisprachig aufgewachsen zu sein, so dass Musik die mir gefällt für mich immer auch ansprechende Texte haben muss (da ich sie ja - manchmal Gott sei dank und manchmal leider - immer verstehe ...). Reamonn verbinden Text und Musik zu Seelentherapie. Wenn Mut fehlt, sich Menschen anvertrauen oder zumuten, wird lebendige Musik zum vertrauten Freund. Dass ich mir diese "Angstzeit" als Auszeit erlauben darf, ohne verrückt zu werden, hat viel mit dieser Musik zu tun. Die neue CD "Beautiful Sky" kommt nun zu einer Zeit, in der ich sehr viel mit Verlust und Abschied zu tun habe. Es ist, als wenn Engel mir über den Rücken streicheln, wenn ich diese CD höre. Ich kann mich zurücklehnen und mich an diese Musik anlehnen, sie fängt auf. Und spätestens bei "Sunshine Baby" habe ich wieder soviel Kraft und Mut, dass ich mich - mit klaren Augen und den Blick nach vorne - wieder an das Leben wage. Dafür bin ich unendlich dankbar.

DeinKommentar

Denk daran, dass Du alle Felder füllst, die mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet sind. Es sind Pflichtfelder.