Mein Leben fing sozusagen im Dezember 2001 nochmal neu an. Sie bekam die Karte für das Konzert in Hannover zur "Live Is A Dream"-Tour von ihrem Mann geschenkt. Da sie das Konzert so klasse fand, hatte sie auch kein anderes Gesprächsthema mehr. Also war ich nicht schwer zu überreden, einige Tage später mit nach Dortmund zu fahren, um mir das Spektakel mal live anzusehen.
Wir fuhren im Regen nach Dortmund, fuhren zweimal durch den gleichen Kreisel und fanden schließlich doch hin. Es war ziemlich kalt, aber lange mussten wir nicht an der frischen Luft warten. Schließlich wurden wir reingelassen. Wir haben unsere Jacken und Taschen an der Garderobe abgegeben und sind Richtung Bühne gegangen. Claudia wollte unbedingt ganz nach vorne, aber es reichte nur noch für die 5. oder 6. Reihe. Zum Glück standen wir vor der Säule und nicht dahinter!
Das Konzert fing mit Anjaka an, die ich klasse fand. Aber dann kamen Vega 4. Und der Sänger hatte Augen!! Ich war da wohl schon nicht mehr zurechnungsfähig. Aber ich schweife ab (wie so oft ...) Dann war es soweit, die Instrumente von Vega 4 wurden abgeräumt und der Vorhang entfernt. Und ich dachte in meiner jugendlichen Unschuld, jetzt würde es direkt los gehen. Mitnichten! Erstmal der Aufbau und die Verkabelung der Instrumente, dann der Soundcheck. Und noch nicht ein Bandmitglied zu sehen. Es war ein wenig öde. Aber später musste ich zugeben, dass das Warten sich gelohnt hatte!!!
Mir fiel nur auf, dass sogar meine beste Freundin einige Lieder mitsingen konnte. Nur ich kannte nicht einen einzigen Text. Nach dem Konzert sind wir direkt zum Auto gegangen und sind beim Wegfahren am Tourbus vorbei gefahren. Zu der Zeit fanden wir es noch etwas albern, auf die Band zu warten. Aber fanden es auch mutig von den paar Mädels, die da rumstanden und sich in Geduld übten. Naja, die Rückfahrt war herrlich. Claudia saß neben mir und schlief, im Radio lief Starsailor unplugged. Die Strecke war frei, der Himmel klar.
Ich hatte da zwar schon meinen Computer, aber noch keinen Internet-Anschluss. Das war erst im Januar soweit. Ich bin auch nicht direkt auf der Reamonn-Homepage gelandet. Das bin ich mit Claudia zusammen, die meinte, wir könnten ja mal gucken, was da so zu sehen ist. Hauptsächlich ging es uns wohl um Fotos und die Geschichte der Band. In den Chat sind wir auch nicht sofort gegangen. Damals war der Chat noch anders aufgebaut. Man konnte richtige Smilies in den Text einbauen. So lernte ich Fröschlein kennen, und Court, Supi, Pee und wie sie alle heissen.
Als wir uns entschlossen haben, im Mai 2002 nach Hamburg zum Hafenfest zu fahren, haben wir uns über den Chat mit Court verabredet, um zusammen mit dem Zug hinzufahren. Die Hinfahrt regnete es mal wieder. Wir sind vom Bahnhof aus halbwegs trocken bei Jacy angekommen, wo wir sogar was zu Essen bekamen! Von Jacy aus sind wir dann zusammen Richtung Hafen gefahren. Das Wetter war bis dahin noch ziemlich regnerisch. Aber als wir dort waren, warf die Sonne einen Blick zwischen den Wolken hindurch. Es blieb dann auch den ganzen Abend und die ganze Nacht trocken. Wir hatten ein kleines Plakat gedruckt auf dem stand: "Reamonn 4ever die 'Chatterinnen' grüßen Euch". Darauf unterschrieben wir und mitten im Konzert warf ich es zusammen gerollt auf die Bühne.
Das Konzert war der Hammer! Nach dem Konzert strebten wir alle Richtung Bühnenausgang. Ich war in Stimmung, die Nacht durchzumachen. Aber es war offensichtlich, dass wir nun warten würden ... O Gott! Auf die Band!? Es war sehr spannend. Aber zunächst wurde uns von einem Security-Heini erzählt, dass die Band in einem Boot über die Elbe abgehauen wäre. Ja, sicher! Das glaubte ich keine Sekunde! Also warteten wir weiter und wurden auch für unsere Geduld belohnt. Uwe und Sebi kamen raus! Uwe kaute an einem Brötchen. Die Beiden gingen erst weg und kamen dann wieder. Und schon waren sie von einem Haufen Fans umringt. Nach ein paar Fotos und Autogrammen verschwanden die beiden in der Nacht. Sebis Jacke fand ich ziemlich cool.
Nun fehlten uns nur noch die restlichen drei Bandmitglieder. Rea, Mike und Phil kamen etwas später auch noch raus und ich konnte es kaum fassen, dass ich Phil nach dem Verbleib des Plakates fragte. "Das hat der Rea zerlatscht" war die Antwort. Na, klasse. Die hatten noch nicht mal gelesen, was darauf stand! Aber allzu enttäuscht war ich nicht. Wir hatten ein lustiges Foto mit Uwe gemacht, und ich hatte von allen Fünfen ein Autogramm ergattert.
Ab dieser Nacht war ich ein Vollblut-Fan. Und ich konnte endlich alle 5 Bandmitglieder auseinander halten. Bis dahin hatte ich immer die Namen verwechselt.
Die Woche nach dem Konzert muss für alle in meiner Umgebung echt nervig gewesen sein, da ich immer noch völlig hin und weg war und ein paar Zentimeter über der Erde zu schweben schien. Ich war der Meinung, dass könnte auch am Schlafmangel liegen, da wir nicht eine Minute geschlafen hatten und ich in der nächsten Woche wieder Frühschicht hatte. Erwähnenswert finde ich, dass ich im Juni nach Potsdam gefahren bin, um bei der MTV Campus Invasion dabei zu sein. Ich bin beim Rückweg leider auf der falschen Autobahn gelandet und so die ganze Nacht "spazieren" gefahren.
Im August sind Claudia und ich nach Köln zum Attac Konzert gefahren, wo wir noch einen klasse Abend hatten. Dort haben die "Mädelz" auf unseren Fanshirts unterschrieben, welche wir jetzt mit Samthandschuhen anfassen, damit die Unterschriften lange halten (in welchen Karton hatte ich es noch gleich gepackt vorm Umzug?!).
Im Dezember waren wir bei der Fan-Weihnachtsfeier dabei. Die Telefonate mit den "Mädelz" waren echt witzig, auch wenn wir kaum etwas verstanden haben. Auch wenn ich mal wieder ein neues Kapitel in meinem Leben aufgeschlagen habe und in letzter Zeit nicht so viel Zeit für die Community hatte, bleibt der Chat doch meine zweite Heimat. Und ich freue mich schon auf dieses Jahr, weil endlich das neue Album erscheint und wieder die Hoffnung besteht, dass ich ein paar Konzis besuchen und wieder mal ein paar Chatter treffen kann.
Reamonn haben mein Leben verändert. Ich bin etwas mutiger geworden, hab mehr Selbstvertrauen und bin nicht mehr ganz so zugeknöpft. Denke ich jedenfalls :o). Außerdem hat mir die Musik über eine schwere Zeit hinweg geholfen. Danke an die Fans und die Band für ein geniales Jahr 2002! Auch wenn es für mich nicht so geendet hat, wie ich es mir gedacht habe. Dafür hat dieses Jahr umso schöner für mich und meine Freunde begonnen! Vor allem durch die Unterstützung meiner allerbesten Freundin. *zwinker* Aber das liegt wohl auch an dem Umstand, dass ich in diesem Jahr 2(00)3 in der 23. Woche mein 23. Lebensjahr hinter mir lasse und das 24. beginne ... ;o))
Auf ein schönes und erfolgreiches 2003!